Klaus-Dieter Mann

12-Tonner-Fahrer & Teamleiter im Bereich Kurier- und Express-Pakete

„Warum man für diesen Traumjob ein bisschen „durchgeknallt“ sein muss...“

Klaus-Dieter Mann, 64 Jahre, 12-Tonner-Fahrer und Teamleiter im Bereich Kurier- und Express-Pakete bei der LOCA-24 GmbH in Hennigsdorf

Seit 13 Jahren sitzt er für die LOCA-24 GmbH hinter dem Steuer seines 12-Tonners. Insgesamt bringt er es auf stolze 38 Jahre Erfahrung auf den Straßen: Klaus-Dieter Mann – in der #BplusZFamilie besser bekannt als Klausi.

Klausi ist nicht nur Fahrer mit Leib und Seele, sondern als Teamleiter auch eine echte Stütze für seine Kolleginnen und Kollegen. Ob amüsanter Smalltalk mit Stammkunden, unvorhergesehene Zwischenfälle im Einkaufszentrum oder gelebter Zusammenhalt im Team: Wer mit Klausi spricht, merkt sofort, dass dieser Job für ihn eine echte Herzensangelegenheit ist.

Im Interview verrät er uns, warum er seinen LKW am liebsten randvoll beladen sieht, weshalb Voraussicht im Stadtverkehr das A und O ist und warum echte Menschlichkeit im Team damit anfängt, sich gegenseitig die schweren Paletten abzunehmen.

Viel Spaß beim Lesen eines wunderbar ehrlichen Gesprächs von der Piste!

 „Warum man für diesen Traumjob ein bisschen „durchgeknallt“ sein muss…“ 

Interview

– Vorstellung und der absolute Traumjob –

BplusZ: Hallo Klaus! Bevor wir richtig loslegen: Erzähl uns kurz, wer Du bist und was Du bei uns machst.

Klausi: Also, mein Name ist Klaus Mann. Ich fahre jetzt seit 13 Jahren hier bei LOCA-24 GmbH Zwölftonner. Insgesamt mache ich den Job aber schon eine ganze Weile: Ich fahre jetzt 37 oder 38 Jahre LKW – und ich fahre so lange, bis ich irgendwann rausfalle. Das ist einfach mein absoluter Traumjob.

BplusZ: Wie sieht denn Dein typischer Arbeitstag aus, wenn Du morgens startest?

Klausi: Ich fange morgens so gegen 6 Uhr an. Zuerst nehme ich die Pakete vom Band, packe sie und scanne sie ein. Danach wird der LKW beladen und dann fahre ich meine Runde zu meinen Kunden.

BplusZ: Was ist denn das Besondere an Deiner täglichen Tour?

Klausi: Man hat einfach unheimlich viel Kontakt mit Menschen. Wenn man über 13 oder 14 Jahre hinweg immer die gleichen Kunden beliefert, dann kennt man irgendwann jeden Einzelnen. Die Leute sind nett, es ist lustig und man macht auch gerne mal einen Scherz. Letztens meinte ein Kunde zu mir: „Waren die Bullen eigentlich schon bei dir?“ Ich fragte: „Wer? Die Bullen? Nö, warum?“ Da sagt er: „Weil ich gestern eine Vermisstenanzeige aufgegeben habe!“ Ich habe ihn dann gefragt, ob er mich gestern vermisst hat, und er meinte nur: „Ja!“ Da konnte ich antworten: „Du kannst wieder anrufen und sagen, ich bin wieder da!“ (lacht)

– Teamwork und Zusammenhalt –

BplusZ: Das klingt nach viel Trubel. Wie wichtig ist in so einem Alltag die Zusammenarbeit mit den Kollegen?

Klausi: Teamarbeit wird bei uns riesengroß geschrieben. Ich kann nur sagen: Wir haben hier ein gutes Team, ein wirklich sehr gutes Team. Da wird nicht gegeneinander, sondern miteinander gearbeitet, und genau das zeichnet uns aus. Wir arbeiten eigentlich Hand in Hand.

BplusZ: Wie sieht diese gegenseitige Unterstützung in der Praxis aus?

Klausi: Das sieht man zum Beispiel, wenn ich mal nach vorne in den Service gerufen werde, weil etwas abgesprochen werden muss. Dann habe ich immer Fahrer parat, die für mich einspringen und sagen: „Hier, komm, ich mach beim Scannen und Packen weiter.“ Oder wenn mal ganz dringend etwas ist – ich hatte es auch schon, dass ich kurzfristig mit dem LKW wegen des TÜVs in die Werkstatt musste. Dann greift man kurz zum Telefon, ruft einen Kollegen an und bittet ihn: „Mach mal diesen Abholer bitte für mich mit.“ Man muss natürlich immer abwägen, welchen Abholer man mal eben schnell auf einen Transporter packen kann. Wenn ein Fahrer Probleme hat, weiß er genau, dass er sich jederzeit an mich wenden kann.

– Der richtige Typ Mensch für „den Bock“ –

BplusZ: Was würdest Du sagen: Was für einen Charakter muss man mitbringen, um diesen Job so leidenschaftlich auszuüben wie Du?

Klausi: Man muss durchgeknallt sein! Ich sage es einfach so, wie es ist: Man muss ein bisschen durchgeknallt sein. Vielleicht muss man das auch schon vom Elternhaus so mitgekriegt haben nach dem Motto: „Komm, du musst was tun, ansonsten gehst du ein.“ Und man muss natürlich lustig sein beim Kunden.

BplusZ: Du hast vorhin schon die lustigen Sprüche erwähnt. Welche Kundenfragen bleiben Dir besonders im Kopf?

Klausi: Ich bin vor ein paar Jahren mal an einem Samstag gefahren. Du klingelst beim Kunden, der macht die Tür auf und du sagst: „Ich habe ein Paket für Sie.“ Und was fragen die Kunden dann oft? „Was ist denn da drin?“ Da antwortete ich: „Ach, junge Frau, das habe ich doch nicht gepackt, Sie haben es doch bestellt!“ Das sind manchmal so Fragen, die man vom Kunden bekommt, wo man sich nur denkt: „Oh Mann…“ (schmunzelt)

– Fahrstil und Sicherheit auf den Straßen –

BplusZ: Du bist mit einem 12-Tonner viel im Stadtverkehr unterwegs. Wie würdest Du Deinen eigenen Fahrstil beschreiben?

Klausi: Vorsichtig und vorausschauend fahren – das ist der allererste Schritt und das absolute A und O. Rasen bringt überhaupt nichts. Auf der Landstraße fahre ich 60, auf der Autobahn 80. Man muss einfach immer mit der Blödheit der anderen rechnen, um sicher ans Ziel zu kommen.

BplusZ: Merkt man das in Großstädten wie Berlin besonders intensiv?

Klausi: Auf jeden Fall, das sehe ich in Berlin so oft. Wenn du dort fährst, nehmen sie dir ständig die Vorfahrt. Und wenn man dann mal genau hinguckt, haben sie oft sogar noch Kinder mit im Auto sitzen. Man muss einfach auf jede erdenkliche Situation gefasst sein. Ganz besonders gut aufpassen muss man an Bushaltestellen, wenn dort Schulkinder stehen. Wenn ich schon von Weitem sehe, dass die da herumtoben, und mein Blick in den Spiegel zeigt, dass die linke Spur frei ist, dann ziehe ich schon frühzeitig ein bisschen rüber. Wenn ich die Spur wegen des Verkehrs nicht wechseln kann, nehme ich sofort das Gas weg und bremse ab. Kinder an Bushaltestellen sind einfach unberechenbar. Genau wie Radfahrer oder die E-Scooter-Fahrer – da muss man immer vorausschauend gucken, damit man schnell reagieren kann.

– Die besten Momente und das Thema Entspannung –

BplusZ: Was ist für Dich persönlich der beste Moment an einem Arbeitstag?

Klausi: Der beste Moment ist für mich, wenn der LKW voll ist – und zwar bis hinten hin. Wenn er morgens voll ist und abends auch wieder voll ist, dann weiß man einfach, dass man etwas zu tun hat. An manchen Tagen war er auch schon mal nur ein Viertel voll, das ist nichts für mich. Ich brauche das. Wenn er richtig voll ist, kann ich am Ende des Tages sagen: „Yo, ich habe ordentlich was geschafft – selbst in meinem Alter!“

BplusZ: Und in welchen Situationen musst Du Dich bewusst zwingen, entspannt zu bleiben?

Klausi: Planen kann man in diesem Job eigentlich nie, weil immer irgendetwas dazwischenkommt. Entspannt bleiben muss man vor allem dann, wenn man irgendwo steht und es einfach nicht weitergeht. Man hat ja immer den Zeitdruck im Nacken, weil man seine Kunden zufriedenstellen möchte. Wenn zum Beispiel der letzte Abholer um 16 Uhr Feierabend macht, man selbst aber irgendwo im Stau steht oder beim Kunden eine halbe Stunde warten muss, bevor man überhaupt an die Rampe herankommt – dann darf man sich keinen Stress machen. Da hilft es nur, ruhig zu bleiben, zum Telefon zu greifen und Bescheid zu sagen: „Hör zu, ich komme heute leider ein bisschen später.“ Heute hatte ich beispielsweise alles perfekt durchgeplant, aber dann kam der Werkstatttermin für den TÜV dazwischen. Wie gesagt: Irgendwas ist immer.

– Menschlichkeit im Beruf –

BplusZ: Zum Abschluss: Was bedeutet für Dich „Menschlichkeit“ im täglichen Job als Kraftfahrer?

Klausi: Menschlichkeit bedeutet für mich, dass man aufeinander achtet und die Bedürfnisse der anderen nicht ignoriert. Wir haben bei LOCA-24 zum Beispiel unseren „Opi“ – das ist ein älterer Kollege, der immer sehr viel schwere Möbel zu transportieren hat. Wir haben aktuell einen Lehrling im Betrieb, und da gucken wir einfach, dass er den Lehrling zur Unterstützung mitbekommt, damit er die schweren Sachen nicht alleine schleppen muss. Das verstehe ich unter Menschlichkeit, dass so etwas eben beachtet wird. Oder auch unter uns Fahrern: Manchmal nehmen wir mit den großen LKWs Sachen mit, die für die Kollegen auf den kleineren Transportern einfach zu viel wären. Warum soll der Kollege sich quälen, wenn ich es mit dem LKW viel leichter habe? Ich ziehe die schweren Paletten einfach mit dem Hubwagen ruckzuck runter. Füreinander da zu sein und sich die Arbeit gegenseitig leichter zu machen – das ist für mich das Menschliche im Job.

 

Interview: Erik Schönefeld

*Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter

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